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Russische Raumkapsel am Frankfurter Flughafen gelandet

Kunsthaus Lempertz versteigert erstmals Raumkapsel in Europa. Gestern aus Riad gelandet - Raumfahrzeug kommt nach Berlin und anschließend zur Auktion nach Brüssel

Frankfurt am Main

Summary

Russische Raumkapsel Vozvraschaemyi Apparat war als erstes Fluggerät zweimal im Weltall. Nun wird die historische Raumkapsel durch das Kunsthaus Lempertz versteigert. Der Schätzpreis beträgt bis zu 2 Mio. US $.

Russischen Raumkapsel landete am Frankfurter Flughafen. Eine Boeing 747-800 aus der saudi-arabischen Hauptstadt Riad brachte am gestrigen Sonntag die funktionsfähige Raumkapsel Vozvraschaemyi Apparat (VA) nach Deutschland. Die knapp zwei Tonnen schwere Raumkapsel wurde in einer spektakulären Aktion aus dem Frachtflugzeug entladen. Weitertransport nach Berlin erfolgt mit Schwerlasttransport.

Anfang April wird die VA Raumkapsel zur Vorbesichtigung nach Berlin und anschließend nach Brüssel gebracht, wo das historische Raumfahrzeug versteigert werden soll. Das Kunsthaus Lempertz bringt am 7. Mai in Brüssel die VA in seinem ersten europäischen Space Sale für einen Schätzpreis von ein bis zwei Millionen US $ neben zwei historischen „Sokol-KV2“ - Raumanzügen (Schätzpreis 80.000 bis 100.000 US $) unter den Hammer.

Die VA Raumkapsel ist wohl als erstes Raumfahrzeug zweimal ins All geflogen. Sie war Bestandteil des historischen Sowjet-Raumfahrtprogramms und ging somit auch in die technische Entwicklung der Raumstation ISS ein. 

"Seit Jahrhunderten träumt die Menschheit vom Fliegen. Leonardo da Vinci ließ sich ebenso wie andere herausragende Künstler von diesem Gedanken inspirieren. Und für mich als Auktionator ist es die größte Ehre, dieses Stück Zeitgeschichte versteigern zu dürfen", so Prof. Henrik R. Hanstein, Inhaber des Kunsthaus Lempertz.

In den Jahren 1977 und 1978 hat die VA Raumkapsel zwei „Kosmos“-Raumfahrtmissionen im Rahmen des Almaz-Programms absolviert. Damit ist es das erste Fluggerät, das zweimal ins Weltall flog. Die Raumkapsel, die zur Versorgung von Raumstationen entwickelt wurde, blieb über 30 Tage im All. Mit VA Raumkapseln sollten bis zu drei Personen oder unbemannt schwere Gegenstände transportiert werden – wie zum Beispiel große Spionagekameras.

Mit diesem Erfolg haben sowjetische Techniker auf der Spitze des Kalten Krieges einen Meilenstein im Wettrennen gegen das amerikanische Raumfahrtprogramm gesetzt. Die Weiterentwicklung des Programms war die erste modulare Raumstation Sojus, die Sigmund Jähn als erster Deutscher im All besuchte.

„Das der Dialektik innewohnende Prinzip
von These, Antithese und Synthese wird in verblüffender Weise auch von der VA Raumkapsel verkörpert, denn die Kapsel war im Verlauf ihrer Historie integraler Bestandteil verschiedener sowjetischer Raumfahrtprogramme, deren technischen Designprinzipien und Entwicklungslinien sich bis zum Flagschiff der internationalen Raumfahrt fortführen ließen: die Internationale Raumstation ISS.“, erklärt Prof. Dr. Bernd J. Höfer, 
Ehemaliger Stv. Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Die VA Raumkapsel spielte jedoch nicht nur eine weltpolitische Rolle und diente der wissenschaftlichen Erforschung des Weltalls durch den Menschen, sondern wird seine Fortsetzung in der privaten und kommerziellen Raumfahrt finden. Das Unternehmen Excalibur Almaz erwarb Raumkapseln wie auch Weltraumstationen, um mit diesen private Passagiere ins Weltall zu fliegen.

Fakten zu den Objekten:

Fakten zu Space Sales:

Der bislang spektakulärste „Space Sale“ datiert auf das Jahr 2011. Damals erzielte die sowjetische Raumkapsel Wostock 3KA-2 bei Sothebys in New York einen Preis von 2,9 Mio. US $.

Fakten zum Almaz-Programm:

Das Almaz-Programm war ein militärisches Raumfahrtprogramm der Sowjetunion. Erstmals konnten Raumkapseln ins Weltall geflogen und anschließend wiederverwendet werden. Neben dem Space Shuttle sind die Vozvraschaemyi Apparat (VA) Raumkapseln des Almaz-Programms der einzige Typ von Raumfahrzeugen, die mehrfach ins All geflogen sind.

Das Almaz-Programm bestand aus drei Teilsystemen:

1.) “VA Spacecraft” (11F74), dessen Hauptbestandteil die zur Versteigerung kommende VA Raumkapsel ist;

2.) „Orbital Piloted Station, OPS” (11F71) als das eigentliche Modul der Raumstation als bemannte Orbital-Station sowie das

3.) “Functional Cargo Block, FGB” (11F77) als Transporter zur Versorgung der Station.

Fakten zu Lempertz:

Das Kunsthaus Lempertz ist eines der führenden Kunstauktionshäuser Europas und das älteste der Welt in Familienbesitz. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in das Jahr 1798 zurück. 1965 wird ein erstes Auslandsbüro in New York eröffnet; inzwischen gibt es weitere Repräsentanzen in Zürich und in São Paulo. 1985 wird in Brüssel eine Dependance wiedereröffnet. In Deutschland unterhält Lempertz Filialen in Berlin und München, in denen regelmäßige Auktionen stattfinden. Von seinem Stammhaus in Köln aus hat Lempertz seine operativen Geschäftstätigkeiten auf die zwei wichtigsten Städte Europas ausgeweitet – Berlin und Brüssel.

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Über Kunsthaus Lempertz

Fakten zu Lempertz

Das Kunsthaus Lempertz ist eines der führenden Kunstauktionshäuser Europas und das älteste Auktionshaus der Welt in Familienbesitz. Lempertz, dessen Unternehmensgeschichte bis in das Jahr 1798 zurückreicht, hat seinen Hauptsitz in Köln und führt daneben Filialen in Berlin, München und Brüssel sowie Repräsentanzen in Zürich, Mailand, London, Sao Paulo und New York. Versteigert werden Objekte aus den Bereichen Alte Meister, Kunstgewerbe, Schmuck, Moderne und Zeitgenössische Kunst, Photographie, Ostasiatische Kunst sowie Afrikanische und Ozeanische Kunst. Die knapp 30 Auktionen im Jahr finden in Köln, Berlin, Brüssel und Monaco statt.

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